Empfang
75. Geburtstag Günter Daum

Namens des Heimatvereins Völkersbach darf ich Sie alle hier im Heimatmuseum begrüßen zu einer kleinen Feier anlässlich des 75. Geburtstages von Herrn Günter Daum.

Verlegen schweigend hat unser Jubilar reagiert, als wir ihm mitteilten, dass wir ihn gerne mit einem Empfang ehren würden. Dies war die authentische, typische Reaktion von Günter Daum, der sich in seinem Leben viel gemeinschaftsdienlich engagierte, davon aber so wenig wie möglich Aufhebens machte. Stets ging es ihm um die Sache, nie um seine Person.
Er war im Gesangverein Freundschaft Völkersbach insgesamt 21 Jahre lang Vorsitzender, 6 Jahre Kassier und 2 Jahre Schriftführer.
Mehrere Wahlen zum Pfarrgemeinderat hat er als Vorsitzender des Wahlausschusses organisatorisch verantwortet.
Er ist (Ehren-)mitglied mehrerer Vereine.
Er war in Völkersbach Gemeinderat und Bürgermeister.

Im Folgenden möchte ich mich auf seine Arbeit im Heimatverein Völkersbach konzentrieren.
Als 1999 ersichtlich wurde, dass der von mir als damaligem Ortsvorsteher einberufene Arbeitskreis Heimatpflege/Dorfgeschichte Strukturen braucht und in einen Verein übergeführt werden sollte, zögerte Günter Daum auf meine Anfrage, ob er den Vorsitz übernehmen würde, nicht, sondern hat sich dieser Verantwortung gestellt und beherzt diese Funktion übernommen.
Seit dem vertritt er nun bereits im 13. Jahr den Verein nach innen und nach außen, hat ihm Gesicht und Gestalt gegeben, ist nicht nur immer ansprechbar, sondern selbst aktiv, bis ins Detail sachkundig informiert und kompetent mitgestaltend.
Lieber Günter, Du hast klare Vorstellungen darüber, was der Verein anpacken soll und setzt diese zielstrebig, aber stets konziliant um.

Dem Verein ein Gesicht zu geben gelang durch ein LOGO und durch die Erstellung einer Homepage. Hierbei warst Du federführend tätig.

Deinem Verhandlungsgeschick ist es zu verdanken, dass der junge Verein im Gebäude der Volksbank in der Bergfeldstraße 2001 zu günstigen Bedingungen ein Domizil fand und dort bis 2011 sein Museum hatte. Die innere Umgestaltung des zunächst kahlen einstigen Lagerraums in eine museale Küche, eine Schneiderstube und einen allgemeinen Ausstellungsbereich entsprang Deinen Vorstellungen.
Die Suche nach einem dauerhaften und vom Ambiente passenden Standort für ein Heimatmuseum beschäftigte den Vorstand und insbesondere Dich über mehrere Jahre. Im Gespräch waren der Sternen, das Gebäude Brunnenstr.12 u.a.. Jeweils waren Gespräche mit Eigentümern und möglichen Sponsoren zu führen. Dass der Heimatverein dann glücklicherweise hier im Haus der Familie Alois und Kreszentia Ochs, ehemals Brunnenstr. 13, jetzt Gässle 6, eine Bleibe fand, ist zum einen den 3 Töchtern der Familie zu danken, die zum zweckgebundenen Verkauf des Hauses bereit waren, zum anderen der Gemeinde Malsch, die das Haus kaufte und dem Heimatverein vertraglich zur Verfügung stellte und auch Dir, lieber Günter, der Du mit „die Strippen gezogen“ hast und durch geschickte Verhandlungen das Gebäude für den Heimatverein sichern konntest.
Räumlichkeiten zu haben ist die eine Seite, dass sie der Pflege bedürfen, die andere. Zusammen mit Deiner Frau Verena warst Du stets besorgt, dass das Museum in der Bergfeldstraße in ordentlichem Zustand war und es auch von außen durch ansprechenden Blumenschmuck gefiel.
Als dem Heimatverein das Gebäude hier zur Verfügung gestellt wurde, war es nicht mit der Inbesitznahme getan, vielmehr standen und stehen umfangreiche Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten an. Jeden Dienstag treffen sich die Mitglieder des AK „Pflege und Erhalt von Kulturgütern“ hier zur Arbeit, und obwohl nicht originäres Mitglied dieses Arbeitskreises, bist Du auch jeden Dienstag vor Ort und arbeitest nach Deinen handwerklichen Möglichkeiten mit, bist Ansprechpartner und als Vorsitzender letztlich auch Verantwortlicher für die baulichen Veränderungen. Weil diese Arbeiten in den letzten 2 Jahren in Deinem Leben sehr bestimmend waren, haben wir die Gäste heute auch nicht in einen Festsaal, sondern hierher auf diese Baustelle eingeladen.
Wie bei schriftlichen Arbeiten oder beim Archivieren, ist auch hier auf dem Bau zu erkennen, wie akribisch Du arbeitest. Eines der Arbeitskreis-Mitglieder sagte mir: „Es entgeht ihm nichts.“

Was ich aber für genauso wichtig halte, Du bist Vorbild und Ansporn für die Gruppe und für die Mitglieder des Heimatvereins, durchaus auch für solche, die Dir fachlich voraus sind.
Vorbild im Einsatz bist Du auch bei den Festen und Veranstaltungen des Vereins, sei es das Mitwirken beim Malscher Ferienprogramm, die Durchführung unseres jährlichen Herbstfestes, die Beteiligung beim Brunnenfest oder thematische Abende im Klosterhof.

3 Arbeitskreise wurden nach der Gründung des Vereins ins Leben gerufen,
der Arbeitskreis Dorfjubiläum 2004,
der Arbeitskreis Pflege und Erhaltung von Kulturgütern,
der Arbeitskreis Dorfgeschichte, den Du selbst leitetest. Dieser Arbeitskreis erarbeitete das Buch „Völkersbacher Geschichte und Geschichten“. Inhaltliche Gestaltung, Koordination und Endredaktion waren wesentlich Dein Werk. Auch das Kochbüchlein und das Völkersbacher Familienbuch, das aufbauend auf Vorarbeiten von Herrn Eberlein und Frau Garbotz letztlich von Reinhold Schlötterer und Dir in akribischer Detailarbeit zusammengestellt wurde.

Wie fast allen Völkersbachern lag es Dir am Herzen, 2004 ein interessantes, abwechslungsreiches Jubiläumsjahr werden zu lassen. Du hast in der dieses Jahr federführend planenden Programmkommission mitgearbeitet. Ein wichtiges Anliegen war es Dir auch, dass die historischen Teile des Festumzugs auch den Fakten korrekt entsprechend gestaltet wurden.

Stets kann man von anderen lernen und auch anderen Tipps geben. Daher unterhältst Du die Kontakte zum Heimatverein Pfaffenrot, der ja schon einige Jahre vor Völkersbach ein Heimatmuseum einrichten konnte. Als im Kernort Malsch nach der Gründung des Heimatvereins Völkersbach die Idee reifte, auch einen Heimatverein zu gründen, warst Du quasi Pate und Berater bei der Gründung und die beiden Vereine bleiben sich unterstützend eng verbunden.

Außenvertretung heißt Kontakte zu Ortsverwaltung und Gemeindeverwaltung; mit beiden pflegst Du vertrauensvolle, förderliche Kommunikation zum Wohle des Vereins.
Außenvertretung heißt aber auch die vielerlei Anfragen an den Verein zu beantworten, insbesondere das Völkersbacher Familienbuch führt immer wieder zu Kontakten weltweit.
Nicht nur Anfragen, auch Unterstützung wird von außen dem Verein gegeben – Gerätschaften, Bilder, Bücher, Dokumente gehen durch Deine Hand, Gelder wurden gespendet, mit denen einige Kreuze auf der Gemarkung renoviert werden konnten.
Mit zur Außenvertretung gehört die Zusammenarbeit in der AVV, in deren Team Du als Lebensältester Deine Erfahrungen gut einbringen kannst.

Auf dem Friedhof vermoosten historische Grabsteine unter wuchernden Bäumen und Büschen. Auf Initiative des Vereins, dem tatkräftigen Einsatz von Mitgliedern und unter Deiner Leitung wurden die Pflanzen gerodet, die Steine gerichtet und in Absprache mit Orts- und Friedhofsverwaltung in einem neu und ansprechend gestaltetem Friedhofsfeld aufgestellt.

Deine Arbeit hoch anerkennend möchte ich sagen, was Du angehst, wird zum Erfolg.

Am 1.10.1999 wurde der Heimatverein gegründet, am 1.7.2000 gingst Du mit 63 Jahren in den Ruhestand und bringst Dich seitdem mit großem Zeitaufwand im Heimatverein ein. „Ich habe mir meinen Ruhestand eigentlich anders vorgestellt“, sagtest Du mir vor einiger Zeit und ich glaube, jeder von uns kann diesen Satz nachvollziehen. Dass Du in diesen 12 Jahren Ruhestand viel Zeit für den Verein geopfert hast, wird auch daran deutlich, dass es Dir nicht immer leicht fällt, ein Zeitfenster zu finden, um mit Deiner Frau in Urlaub fahren zu können.

Werte Gäste, ich darf diese Gelegenheit nutzen, den Gemeinsinn zu loben, den ähnlich wie Günter Daum auch andere im Rentenalter zeigen. Ich kann sagen, die einstige Vorruhestandsregelung war für Völkersbach ein Segen. Es sind einige hier im Raum, die diese gewonnene, nicht mehr im Beruf zu verbringende Zeit eingebracht haben für das Gemeinwesen, für ein Völkersbach, in dem man gerne wohnt und sich wohl fühlt.
Und auch hier gilt „einer trägt den anderen mit“; jeder von Euch ist dem anderen Vorbild, zieht ihn mit, wird aber auch von den anderen mitgezogen.

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau.
Dies möchte ich auch gerne Dir, liebe Verena, sagen, vielleicht mit der Nuance, nicht hinter, sondern neben und mit dem Günter wirkst Du. Du bist ihm eine wichtige Ratgeberin, bringst Deine Sichtweise gewinnbringend und diskret ein, gibst wichtige Hinweise und bremst ihn zu Recht auch immer wieder in seinem Engagement für die Gemeinschaft darauf hinweisend, dass er auch Pflichten als Ehemann, Vater und Opa hat.

Wohl wissend, dass meine Schilderung Deines erfolgreichen Wirkens zwar umfangreich, aber dennoch nicht vollständig war, möchte ich zum Ende kommen.

Lieber Günter, auch heute und für die Zukunft gilt, was ich Dir schon einmal geschrieben habe:
Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
verricht das Deine nur getreu
Also, profan gesagt
bleib dem Gesangverein als wichtiges Mitglied und guter Sänger erhalten,
bleib ein aktives Mitglied der Pfarrgemeinde St. Georg Völkersbach,
versieh Dein Amt als Vorsitzender des Heimatvereins weiterhin mit der gewohnten Sorgfalt und Akkuratesse,
so wird Dir, Deinem Tun sowie den Vereinen und Gemeinschaften, in denen Du wirkst, Gottes Segen zukommen.

Herzlichen Dank, lieber Günter, herzlichen Dank, liebe Verena.
Unser Dank soll in einem Präsent an Dich und in einem Blumenstrauß an Verena sichtbar Ausdruck gewinnen.